Allgemeines
| Lautstärkeangaben in der Musik |
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| Geschrieben von: Heiner |
| Montag, 05. Januar 2009 um 12:28 |
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Jeder, der ein Instrument spielt muss sich früher oder später mit den Dynamikangaben in den Noten auseinandersetzen. Wie laut ist eigentlich mezzoforte oder fortissimo? Machen wir einen kleinen Ausflug in die Physik. Schallstärke mißt man in Dezibel, benannt nach Alexander Graham Bell. Der Wert 0dB steht dabei für die Hörschwelle, also das leiseste noch wahrnehmbare Schallereignis. Die Skala ist logarithmisch. 10 entspricht dem zehnfachen, 20 dem hundertfachen, 30 dem tausendfachen Anstieg der Lautstärke. Der gesamte Hörbereich des Menschen entspricht von der Hörschwelle bis zur Schmerzgrenze etwa 140 dB. Selbstverständlich gibt diese Skala nur die physikalischen Daten wieder. Das Gehirn interpretiert die Lautstärke unterschiedlicher Frequenzen unterschiedlich. Das ist möglicherweise eine Entwicklung, die der Sprachverständlichkeit dient. Hohe Töne brauchen, um genauso laut wahrgenommen zu werden wie tiefe eines wesentlich geringeren Schallpegels. Diese Empfindlichkeit für hohe Frequenzen ergibt sich auch aus den Resonanzschwingungen des Hörkanals. Die relative Empfindlichkeit für ein Schallereignis wird in phon gemessen und als Lautstärke bezeichnet. Da die Lautheitsempfindung aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, wurde die Sone-Skala eingeführt. Viele Menschen mussten einen Ton als halb so laut oder doppelt so laut wie einen Vergleichston beurteilen. Die Ergebnisse wurden gemittelt und in der Soneskala festgelegt. Musiker variieren in der Regel um etwa 6dB wenn sie eine Passage mit gefühlt gleicher Lautstärke spielen. Instrumente müssten also im günstigsten Fall über einen Lautstärkebereich von 42dB verfügen um alle sieben Stufen unseres dynamischen Bereichs von ppp bis fff abzudecken. Auf vielen Instrumenten lässt sich aber Bauartbedingt nur ein Bereich von etwa 15dB realisieren. Ungeachtet der Angaben in der Partitur können dann also im Höchstfall drei als unterschiedlich empfundene Lautstärkeniveaus realisiert werden. Bei den meisten Holzbläsern sogar nur zwei. Zusammenfassend kann wohl gesagt werden, dass Lautstärke in der Musik nur dazu geeignet ist krasse Gegensätze darzustellen. Die darüber hinaus gehenden Angaben in der Musik der letzten 2 Jahrhunderte müssen also eher als Angaben zum emotionalen Gehalt von Melodie, Harmonie und Rhytmus aufgefasst werden, denn als Angaben über die tatsächliche Lautheit eines Abschnittes.
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