|
Das Flageolett (2): Die Schönheit der Beschränkung |
|
|
Geschrieben von: Norbert M.
|
|
Sonntag, 15. Februar 2009 um 14:03 |
|
oder: Warum weniger manchmal mehr ist. Im ersten Teil wurde ein etwas genauerer Blick darauf gelenkt, wie Saiten eigentlich schwingen, nämlich nicht bloß einfach hin und her, sondern daß da genau genommen Wellen auf einer Saite stehen, die einer Reihe ebenso einfacher wie strenger Gesetzmäßigkeiten gehorchen. Diese Wellen können nur ganz bestimmte Zustände einnehmen, was im wesentlichen damit zu tun hat, daß die beiden Enden der Saite fest eingespannt sind. Die einzelnen Zustände von Wellen - wir wollen sie "Wellenzahlen" nennen, das ist anschaulicher - unterscheiden sich durch die Anzahl der Bäuche und Knoten der Wellen. Die Knoten einer möglichen, von der Natur erlaubten Wellenzahl teilen die Saite immer in ganzzahligen Brüchen, also 1/1 für die Grundschwingung, 1/2 für die erste Oberwelle, 1/3, 1/4 u.s.w.. Und wie gesagt: An den Enden der Saite befinden sich immer Knoten, weil die Saite da fest eingespannt ist. Dabei stehen die Frequenzen, mit der Wellenzahlen schwingen können, ihrerseits immer in ganzzahligen Verhältnissen zueinander, also das 1-fache für die Grundfrequenz, 2-fach für die erste Oberwelle, 3-fach, 4-fach u.s.w. Wer sich noch an die kleinen Filme mit dem Abschleppseil erinnert - man kann sich gut vorstellen, daß jemand das Seil bei so einem Knoten zwischen Daumen und Zeigefinger nimmt, ohne die gerade angeregte Schwingung zu stören.
|
|
Weiterlesen...
|
|
|
Gaspar Sanz und die Barockgitarre |
|
|
Geschrieben von: Peer
|
|
Samstag, 24. Januar 2009 um 01:24 |
|
Gaspar Sanz
Jeder klassische Gitarrist wird wohl früher oder später mit dem Canarios, Rujero oder Espanoleta auf Stücke von Gaspar Sanz stoßen. Wer aber war dieser Gaspar Sanz, über den man so wenig weiß und warum war er so wichtig für die Entwicklung der Gitarre?
Schaut man sich die Rolle der Gitarre in Spanien vor Sanz an, stößt man automatisch auf das Buch Guitarra Española y Vandola (Lerida, Erstdruck vermutlich 1596) des katalanischen Arztes Joan Carles y Amat (1572-1642). Amat beschreibt dort die Art und Weise Lieder durch die Rasguado-Technik (nicht mit dem Rasguado des Flamenco verwechseln) zu begleiten, wobei nicht die zu greifenden Noten aufgezeichnet wurden, sondern ein Bezeichnungssystem für Akkorde verwendet wurde, dass sich in ähnlicher Weise später unter der Bezeichnung Alfabeto von Montesardo in Italien verbreitet.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Johann Sebastian Bach |
|
|
Geschrieben von: Ricardo Havenstein
|
|
Freitag, 09. Januar 2009 um 15:05 |
|
Diesen Text habe ich ürsprünglich für meine CD "Havenstein plays Bach" geschrieben. Er beschreibt aus meiner bescheidenen Sicht, wie Gitarristen die Musik Bachs interpretieren und verstehen können.
J. S. Bach am Hofe zu Köthen
"Eodem die 6. Nov. ist der bisherige Concert-Meister und Hof-Organist, Bach, wegen seiner Halsstarrigen Bezeügung und zu erzwingenden dimission, auf der LandRichter-Stube ârretiret, und endlich d. 2. Dec. darauf, mit angezeigter Ungnade, Ihme die dimission durch den HofSectretär angedeütet, u. zugleich des arrests befreyet worden." Einen knappen Monat Arrest also musste Johann Sebastian Bach über sich ergehen lassen, als Herzog Wilhelm Ernst, wegen Bachs Beharren auf seiner Entlassung zornig geworden, diesen einsperren liess. Das Jahr 1717 ging zu Ende und damit auch Bachs Dienstzeit am Hofe zu Weimar. Noch im gleichen Jahr übernahm er die Anstellung als Hofkomponist und Kapellmeister in Köthen.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Das Flageolett (1): Saiten schwingen nicht einfach, sie schlagen Wellen |
|
|
Geschrieben von: Norbert M.
|
|
Mittwoch, 07. Januar 2009 um 23:27 |
|
oder: Was sind eigentlich "Good Vibrations"? Was hat eine Gitarre mit Flöten und grünen Bohnen zu tun? Nun, anders als z.B. das Klavier zählt die Gitarre zu den Instrumenten, die über ein hohes Maß an Klangformungs-Fähigkeit besitzen. Man kann einer Konzertgitarre wesentlich mehr unterschiedliche Klangfarben entlocken als z.B. einem Piano oder einer Klarinette. Dort ist der wundervolle Klang des Instruments durch die Physik des Instruments in der Klangfärbung selbst doch relativ begrenzt. Der Gitarrist hingegen kann den Klang eines Tones durch Griff- und Anschlagtechnik in einem sehr viel weiteren Bereich formen. Er muß es sogar tun, um dem durch seine Physik wiederum anderweitig arg limitierten Instrument (insbesondere Lautstärke und Sustain) die nötige Aufmerksamkeit zu verschaffen. Ein wichtiges Stilmittel des Gitarrenspiels ist das Flageolett. Hier soll etwas näher beleuchtet werden, was es klangtechnisch damit für eine Bewandtnis hat. Auf die verschiedenen Spieltechniken selbst soll allerdings weniger eingegangen werden, denn das ist mehr ein Thema für den Gitarrenunterricht.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Die Harmonie der Tonleiter (1): Die Rationalen Intervalle |
|
|
Geschrieben von: Norbert M.
|
|
Dienstag, 06. Januar 2009 um 22:29 |
|
oder: Was hat denn der Liebe Gott mit der Tonleiter zu tun? Das folgende ist ein Spiel. Nicht mehr. Eines, für das man eine Klaviatur braucht, vorzugsweise die weißen Tasten, und etwas Kopfrechnen. Bruchrechnen genau gesagt. Mehr braucht es dazu nicht. Es enthält auch keine tiefere Weisheit. Es ist nur ein Spiel... Was hat der liebe Gott mit der Tonleiter zu tun? Nun, er hat neben dem uns bekannten Universum auch noch die natürlichen Zahlen erfunden. Daß der Mensch daraus die Bruchrechnung gemacht hat, hängt im weiteren Sinne mit der sog. Apfel-Affäre zusammen, deren genaue Umstände aber nie so genau geklärt wurden: Adam schwieg beharrlich - wie Männer das zuweilen tun, und Eva hatte danach mit noch so vielen Worten nur noch wenig bist gar nichts zu sagen. Dieser Zustand hielt eine ganze Weile, und in einigen benachbarten Kulturen hält er ja bekanntlich noch heute.
|
|
Weiterlesen...
|
|
|
|
|
|
|
Seite 1 von 2 |