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Interessantes Gypsyjazz Lehrbuch

Vom Alfred Verlag, bekannt u.a. durch die deutsche Ausgabe von Pumping Nylon, ist vor kurzem ein Lehrbuch zum Thema Gypsyjazz erschienen. Das Buch trägt den Titel Gypsyjazz, Volume 1 und ist von Bertino Rodman.

Gypsijazz Albert VerlagWie soll es gelingen, ein so von Intuition und Tradition geprägtes Genre in ein Lehrbuch zu packen? Rodman stellt gleich zu Beginn klar, dass er sich dieses Seiltanzes bewusst ist und stellt sein Buch selbst als einen Ansatz dar, der nicht vollständig und nicht allein gültig sein kann. Das ist sympathisch und so ganz und gar undogmatisch und findet sogar im Titel "A Tribute to..." Eingang!

Nach dieser kurzen Einleitung und einer für meine Begriffe nicht unbedingt notwendigen Erklärung der Gypsygitarren geht es dann auch gleich los mit dem ersten Hauptteil Rythmusübungen und den ersten  Fingerübungen. Dabei gefällt, dass er recht zielstrebig vorgeht, andererseits ist nicht ganz klar, für wen er das Buch nun wirklich geschrieben hat. Der Anfänger wird trotz der angebotenen Übungen nicht immer klar kommen, da die Grundlagen und die erforderliche Fingerfertigkeit über eine lange Zeit erworben werden müssen. Und es fehlen manchmal Erklärungen - was z.B. ist eine Dead Note und wie wird sie gespielt? Der Geübte ist dagegen besser aufgehoben und kann ruhig über die eine oder andere Übung wegblättern.

Dennoch bekommt man im ersten Teil alles gezeigt, was rythmisch relevant ist. Dank der vielen Akkorde und Akkordmodulationen macht das Buch schon hier Spass, weil sich das Ergebnis sofort nach Gypsyjazz anhört!

Im zweiten Teil geht es dann an die Sologitarre. Hier ist der Aufbau sehr logisch und führt über Akkordzerlegungen und Skalen hin zu Beispielen, wie die Großen der Szene ihre Soli aufgebaut haben und ermöglicht es so, immer mehr Gefühl für dieses Genre zu bekommen und diesem Gefühl auch an der Gitarre Ausdruck zu verleihen.

Insgesame macht das Buch Spass und ist auch wegen der beiligenden CD eine gute Lernhilfe! Wie immer ist es gut, etwas Ahnung von Musiktheorie und Harmonielehre zu haben. Für wirklich gute Fortschritte ist es notwendig, einen von der Technik her ähnlichen Stil bereits zu beherrschen und sich früher oder später einen guten Lehrer zu suchen, der einem hilft, das "Lernen" von Fehlern zu vermeiden. Regelmäßige Besuche von Bertinos Kursen können auch eine gute Ergänzung darstellen.

Fazit: Das Lehrbuch ist gut aufgebaut und macht Spass. Wie immer bei solchen Themen ist es wichtig, eigene Vorkenntnisse mitzubringen und früher oder später zumindest punktuelle Anleitung durch einen Lehrer oder via Online-Unterricht zu nehmen!

Für den Weihnachtstisch ist das Buch auch eine Empfehlung!

Hier gibt es das Buch direkt beim Verlag.


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