Intonation
Die Intonation von Gitarren ist ein gleichermaßen vernachlässigtes wie lästiges Problem. Sprüche wie "Der Gitarrist stimmt immer, die Gitarre nie" usw. haben in der Tatsache ihren Ursprung, dass Gitarren manchmal von der temperierten Stimmung abweichen und die Töne nicht in der korrekten Frequenz erzeugen.
Es gibt mehrere Verfahren zur Korrektur von schlecht intonierenden Instrumenten und es gibt zwei Methoden zur grundsätzlichen Vermeidung. Dieser Beitrag tellt sie kurz vor:
Verstellbare Stegreiter:
Bei diesem Korrekturverfahren besteht der Steg nicht aus einem Block, sondern er hat für jede einzelne Saite einen verstellbaren Auflagepunkt. Diese Konstruktion ist fast ausschliesslich auf E-Gitarren zu finden und führt zu einer recht guten Intonation, wobei bedingt durch das Saitenmaterial immer nochh Lagen entstehen, die schlecht intonieren.
Sattelkompensation:
Ein sehr effektives Verfahren vor allem zur Korrektur schlecht intonierende Gitarren ist die von Konrad Schwingenstein erfundene und patentierte Methode der Sattelkompensation. Dabei geht es darum, dass man zunächst die Saiten nach den gedrückten Tönen (z.B. am 5. Bund) exakt stimmt. Nun hat man mit mehr oder weniger geringen Abweichungen alle gedrückt gespielten Töne gestimmt, aber die Leersaiten weichen meistens vom korrekten Ton ab. Diese Abweichung wird über ein vor- bzw. zurück Versetzen des Auflagepunkts am Sattel korrigiert. Konrad beschreibt dies alles sehr anschaulich auf seiner Website.
Verstellbare Bünde:
Bei diesem Verfahren werden die Bünde nicht fest ins Griffbrett eingesetzt, sondern es gibt für jeden einzelnen Kreuzungspunkt Bund/Saite einen auf einer Art Schlitten sitzenden Minibund. Diese Bauweise wird weltweit nur von Hervé Chouard in Freising umgesetzt. Seine Methode ist sehr aufwändig, führt aber zu ganz hervorragenden Ergebnissen, da diese Gitarren absolut der temperierten Stimmung entsprechen. Der Nachteil ist, dass eigentlich nach jedem Saitenwechsel die Bundpositionen justiert werden müssten und dass die Konstruktion enorm aufwändig umzusetzen ist. Infos dazu gibt es bei Herve Chouard mit diesem Link
Patentmensur:
Die Patentmensur baut auf einer neuen Berechnung der Bundpositionen auf. Im Gegensatz zur oben erwähnten theoretischen Berechnung werden bei der Patentmensur die Einflüsse des Spiels und des Saitenmaterials in die Positionierung der Bünde einberechnet. Dardurch sitzen alle Bünde so im Griffbrett, dass sie je nach Lage bereits den jeweils erforderlichen Ausgleich für die Spannungszunahme durch das Herunterdrücken und die Trägheit und Steiffigkeit der Saite in Abhängigkeit zur verbleibenden Schwingungslänge der Saite enthalten. Das Ergebnis sind Gitarren, die keine oder keine hörbaren Abweichungen zur temperierten Stimmung aufzeigen. Ich habe auf meiner Saite ausführlichere Infos und Klangbeispiele dazu - www.gitarrenmanufaktur.com
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